Rund um Münster

Maria 2.0: Die neuen Thesen kommen aus Münster?

Die ganze Republik schaut auf Münster: „Maria 2.0“ ist los. Münsters katholische Frauen streiken. Seit Samstag wollen sie für eine Woche keine Kirche mehr betreten, kein Ehrenamt ausführen. Sie feiern ihre eigenen Gottesdienste einfach draußen vor der Kirchentür. Am Freitag, dem 10. Mai, haben sie ihre Forderungen an die Tür der Heilig Kreuz-Kirche gepinnt. Am Sonntag trafen sie sich dann zu einer Kundgebung auf dem Domplatz.

Die katholischen Frauen tragen ihre Forderungen ins Herzen Münster. Die Kundgebung am Dom. Foto: Münster Tube

Inzwischen haben sich nach Angaben der Initiatorinnen über 100 Gruppierungen bundesweit angeschlossen. Die Aktion sei zum „Selbstläufer“ geworden. Ganze Kirchengemeinden hätten sich angeschlossen. Die Frauen von Maria 2.0 werden unterstützt von der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands in Münster.

Gegenüber der Lokalzeit Münsterland sagte die Teilnehmerin Christiane Berg am Sonntag: „Es ist schwer zu ertragen, wenn Menschen sich über Andere stellen und meinen, sie hätten eine höhere Bedeutung, eine größere Wichtigkeit als Andere. Und das ist das, was ich in der Kirche beobachte.“

Ihre Forderungen haben einen ernsthaften Hintergrund: Sie fordern etwa eine wahrhafte Aufklärung der Missbrauchsfälle und eine echte Hilfe und Entschädigung für die Opfer. Des Weiteren fordern sie die Aufhebung des Pflichtzölibats und Zugang für alle Frauen zu allen Kirchenämtern. Endlich wollen sie Gleichberechtigung auf allen Ebenen in der katholischen Kirche.

Derweil wiegelt der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, gegenüber tagesschau.de ab: „Die Bischöfe verstehen die Unruhe. Die Bischöfe verstehen auch, dass es Änderungen geben muss. Das ist spürbar – auch in Rom, auch im Vatikan. Aber Stück für Stück. Wir brauchen einen Dialog. Ich glaube, Streiks sind da nicht das richtige Mittel.“ Und? Wie oft hat man das schon von den Kirchenoberen gehört. Geändert hat sich nichts.

Da passt dann auch die radikalere Variante: Münster Tube berichtete am Samstag, den 11. Mai 2019, von der „Säkularen Buskampagne“, die unter dem Motto „100 Jahre Verfassungsbruch sind genug!“ auf dem Prinzipalmarkt für einen echten säkularen Staat stritt.

Maria 2.0: Wie alles begann, ihre Forderungen und ihre Petition
http://www.mariazweipunktnull.de/

Maria 2.0: Frauen treten in Kirchenstreik
Lokalzeit Münsterland vom 10.05.2019

Maria 2.0: Frauenstreik in der katholischen Kirche
tagesschau.de vom 11.05.2019

Frauenstreik: „Eine Frau hat Jesus belehrt“
Die Katholikin Lisa Kötter hat einen Frauenstreik gegen die Kirche angezettelt.
Interview Neues Deutschland vom 11.05.2019

Update 15.05.2019:
Kirchenstreik-Bewegung „Maria 2.0“
„Abschaffung männerbündischer Machtstrukturen“

Teilen: