Rund um Münster

DGB Münster im Dialog mit Fridays for Future: Klimaschutz und Beschäftigteninteressen müssen kein Widerspruch sein

Fridays for Future Münster hatte sich beim DGB Münster eingeladen: Nun kam es zu diesem Gespräch. Der DGB-Stadtverband Münster traf sich mit Vertretern der Initiative von „Fridays for Future“ im Gewerkschaftshaus. Es wurde sich über Positionen zum Klimaschutz und Kooperationsmöglichkeiten ausgetauscht.

V.l.n.r.: Peter Mai (DGB-Stadtverband Münster), Nando Spieker, Jörg Rostek (beide Fridays for Future Münster), Volker Nicolai-Koß (DGB-Regionsgeschäftsführer) und Carsten Peters (DGB-Stadtverband Münster). Foto: DGB Münster.

„Der Klimawandel ist schon lange nicht mehr wegzudiskutieren und bedroht die Lebensgrundlage zukünftiger Generationen. Deshalb ist der Wandel zum nachhaltigen globalen Wirtschaften alternativlos. Doch Klimaschutz darf nicht auf Kosten der abhängig Beschäftigten und in der Gesellschaft Benachteiligter gehen“, betont der DGB-Stadtverbandsvorsitzende Peter Mai.

Der ökologische Umbau der Wirtschaft stehe außer Frage

„Einigkeit bestünde bei den Diskutierenden darüber, dass der ökologische Umbau der Wirtschaft außer Frage stehe, aber sozial und demokratisch gestaltet werden müsse“, so der DGB Münster. Nicht nur die Energiewirtschaft müsse ihren Klimaverpflichtungen nachkommen, sondern auch andere Branchen. Ebenso müssten die energieeffiziente Gebäudesanierung und die Mobilität mehr in den Fokus rücken gestellt werden. Ersatz im Individualverkehr durch E-Autos biete auf Dauer keine Perspektive, vielmehr sei es dringend notwendig in den öffentlichen Personennahverkehr mit höherem Aufwand zu investieren. Differenzen gab es im Gespräch bei der Frage über die Wege und die Geschwindigkeit zur Erreichung der Ziele von CO2-Neutralität. Auch über Wirkung und Nutzen der CO2-Steuer wurde kontrovers diskutiert.

Der stellvertretende Vorsitzende Carsten Peters erklärte abschließend: „Wir als Gewerkschaften begrüßen und unterstützen die freitäglichen Proteste, denn wir brauchen eine starke gesellschaftliche Bewegung, um den Druck für eine soziale, ökologische und demokratische Transformation deutlich zu erhöhen. Deshalb rufen wir unsere Mitglieder dazu auf sich an den zahlreichen und umfangreichen Aktivitäten am 20. September zu beteiligen. Wir haben nur die eine Erde! Deshalb brauchen das Klima und alle die, die sich für dessen Schutz einsetzen, unsere volle Solidarität.“

„Natürlich hätten wir uns über einen richtigen Streikaufruf riesig gefreut…“

Fridays for Future zeigte sich erfreut über das Gespräch mit den Gewerkschaften. Einen Wehmutstropfen gab es für die Aktivist*innen dennoch: „Der DGB hat uns zugesagt, die Beschäftigten zu unserer Klimademo am 20. September aufzurufen – soweit es deren Arbeitszeit erlaubt. Natürlich hätten wir uns über einen richtigen Streikaufruf riesig gefreut, aber das scheint rechtlich nicht möglich zu sein. Dennoch ist für uns klar: der Klimakrise können wir nur gemeinsam entgegentreten.“

Jan Große Nobis
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