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Bahn AG: Sieben auf einen Streik

Die Lokführer befinden sich seit gestern wieder im Ausstand. Es ist die siebte Arbeitsniederlegung in dem Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn, der nun schon fast ein Jahr dauert. Beide Seiten geben der jeweils anderen die Schuld am wiederholten Scheitern der Gespräche.  Während am vergangenen Dienstag nur der Güterverkehr betroffen war, fallen heute und morgen auch viele Regional- und Fernzüge aus. Die GDL kündigt an, dass die Züge ab Donnerstag, 21 Uhr, wieder normal fahren.

Foto: Erich Westendarp/www.pixelio.de
Foto: Erich Westendarp/www.pixelio.de

Besonders betroffen vom Streik sind natürlich die Millionen Pendler, die erhebliche Probleme haben, ihrenArbeitsplatz zu erreichen. „Wir bedauern das sehr, denn wir wissen, welchen Beeinträchtigungen Sie dadurch ausgesetzt sind“, werben die Lokführer auf ihrer Homepage bei den Bahnkunden um Verständnis. Die meisten Kunden steigen offenbar auf das Auto um, auf den Straßen in Nordrhein-Westfalen ist es heute morgen deutlich voller als sonst. Andere Reisende versuchen einen Platz in einem der wenigen Züge zu ergattern, die trotz Streik noch fahren. Die Bahn hofft, auf manchen Regionalstrecken und bei den S-Bahnen die Hälfte des Fahrplans einzuhalten, im Fernverkehr will sie ein Drittel der Züge auf die Schiene bringen.

Da das Zugpersonal im Transitland Belgien heute ebenfalls streikt, ist es für Reisende aus dem Norden der Republik nur auf Umwegen möglich nach Frankreich und Großbritannien zu kommen. Die belgische Hauptstadt Brüssel ist wie alle anderen Städte in unserem Nachbarland bis morgen auf der Schiene unerreichbar.

„Sobald die Deutsche Bahn ihre perfide Hinhaltetaktik aufgibt und endlich anfängt, ernsthaft mit uns über einen Flächentarifvertrag für das gesamte Zugpersonal zu verhandeln und ihn auch abschließen will, sind alle Streiks sofort vom Tisch“, verspricht die Gewerkschaft. „Diese Streiks sind für niemanden nachzuvollziehen“, kontert die Bahn AG. „Die GDL hätte ihr gewünschtes Zwischenergebnis in den Verhandlungen in nahezu allen Punkten haben können.“

Fast zeitgleich droht die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die Gespräche über einen neuen, deutlich besseren Tarifvertrag für die Erzieherinnen in den öffentlichen Kitas für gescheitert zu erklären, nachdem Anfang der Woche eine weitere Verhandlungsrunde ohne Ergebnis endete. Die Folge wäre eine Urabstimmung, die sehr wahrscheinlich in einen unbefristeten Streik münden würde.

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Gastredakteur bei der Sperre
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