Wohnen

Caritas fordert zehn Taten gegen Wohnungsnot: „Wohnen darf kein Luxusgut werden“

Etwa eine Million Menschen in Deutschland haben keine dauerhafte Wohnung und für Wohnungslose wird es immer schwerer, einen Neustart zu schaffen. Zum Tag der Wohnungslosen am Mittwoch, den 11. September 2019,  fordern Caritas und die Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft  Wohnungslosenhilfe (KAGW) mit den von ihnen aufgestellten „10 Taten gegen Wohnungsnot“ konkrete Lösungen. “Sorge bereitet vor allem auch, dass hohe Mieten zunehmend sogar zum Problem für mittlere Einkommensbezieher werden“, sagt Ludger Schulten vom Diözesancaritasverband Münster.

Caritas Diözese Münster. Foto: Jan Große Nobis.

Ein ganzes Bündel von Maßnahmen ist aus Sicht der Caritas notwendig, um die zunehmende Wohnungsnot zu bekämpfen. Aktionen und Maßnahmen sind auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen erforderlich, so Schulten. Die Liste der zehn Taten fordert unter anderem eine langfristige Sozialbindung für 30 Prozent aller Neubauwohnungen. Notwendig sei zudem, Leerstand, Spekulation und Zweckentfremdung von Wohnraum zu stoppen.

Caritas und KAGW halten es für dringend notwendig, dass öffentliche Hand und Kirchen günstiges Bauland als Voraussetzung für preisgünstiges Bauen zur Verfügung stellen. Die Caritas nimmt sich dabei selbst in die Pflicht: „Kirche und Caritas müssen nach Möglichkeit bezahlbaren Wohnraum schaffen“, so Ludger Schulten.

„Wohnen darf kein Luxusgut werden. Das Problem hat auch die Mitte der Gesellschaft erreicht. Immer mehr Menschen machen die bittere Erfahrung, dass die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung aussichtslos ist“, warnt der Präsident von Caritas Deutschland, Peter Neher, vor gesellschaftlichen Konflikten durch Wohnungsnot.

Um Wohnungslosigkeit im Vorfeld zu vermeiden, wird in den 10 Taten auch gefordert, Zwangsräumungen durch Übernahme von Mietschulden zu verhindern und vorbeugende Angebote auszubauen. Sinnvoll wäre zudem, so Schulten, eine bundes- und landesweite Statistik zur Wohnungsnot einzuführen.

10 Taten gegen Wohnungsnot

  • Die langfristige Sozialbindung für 30 Prozent aller Neubauwohnungen.
  • Die Steigerung des öffentlichen, gemeinnützigen und genossenschaftlichen Wohnungsbestandes.
  • Private Immobilienunternehmen sollen preisgünstigen Wohnraum anbieten.
  • Leerstand, Spekulation und Zweckentfremdung von Wohnraum muss gestoppt werden.
  • Günstiges Bauland muss von der öffentlichen Hand und der Kirche zur Verfügung gestellt werden.
  • Kirche und ihre Caritas müssen selbst neuen preisgünstigen Wohnraum schaffen.
  • Eine Sozialquote für geschützte Wohnraumsegmente einführen.
  • Zwangsräumungen durch die Übernahme von Mietschulden verhindern.
  • Eine bundes- und landesweite Wohnungsnotfallstatistik muss eingeführt werden.
  • Angebote zur Prävention von Wohnungslosigkeit auf- und ausbauen.

(jgn)

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Gastredakteur bei der Sperre
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