Rund um Münster

Breul-Tibus-Straßenfest: „Fluchtwege freihalten!“

Nach fast zwei Jahren Pause laden die Bewohner*innen des selbstverwalteten Wohnprojekts Breul-Tibusstraße am Samstag, den 24. August, zum 21. Breul-Tibus-Straßenfest ein. Ab 14 Uhr können sich die Besucher*innen auf Livemusik, Kaffee, Kuchen, leckere Speisen, Infostände, Tombola, Kinderbelustigung und vieles mehr freuen.

Das Flugblatt der „Breuler“ endet mit: „Fluchtwege freihalten, am Breul-Tibus und auch im Mittelmeer!“. Grafik: VzEpW.

Veranstalter ist der Verein zur Erhaltung preiswerten Wohnraums e.V. (VzEpW), der sich für eine soziale Wohnungspolitik in Münster einsetzt und ein Recht auf eine „Stadt für alle“ fordert. Gegründet wurde der Verein vor 30 Jahren von den 60 Bewohner*innen der damals abrissbedrohten Häuser Breul 32 bis 38 und Tibusstraße 30a und 30b.

Die um 1880 gebauten Arbeiter*innenhäuser sind heute ein Zentrum alternativen Lebens in Münsters Altstadt. „Am Breul-Tibus wird Nachbarschaft und gegenseitige Hilfe gelebt. Die Bewohnerschaft konnte in den 1990ern politischen Druck erzeugen und den von einem Baulöwen geplanten Abriss verhindern“, sagt Bernd Drücke, der seit 1991 am Breul wohnt. Die Häuser wurden 1998 ökologisch saniert. Ein Blockheizkraftwerk im Keller erzeugt seitdem den Strom, eine Regenwasserrückhalteanlage ermöglicht, dass in den Klospülungen kein Trinkwasser, sondern Regenwasser genutzt wird. „Diejenigen, die unser kleines gallisches Dorf früher als ‚Schandfleck für Münster‘ geschmäht hatten, sind verstummt, nachdem das Land NRW den Breul-Tibus als ökologisches und soziales Modellprojekt mit einem Preis ausgezeichnet hat“, sagt der Soziologe Drücke. „Zu diesem Erfolg haben die Straßenfeste beigetragen, die dem selbstverwalteten Wohnprojekt seit 1990 Sympathien eingebracht haben.“ Daran will die Bewohnerschaft des Wohnprojekts am 24. August anknüpfen.

Das Straßenfest steht diesmal unter einem doppeldeutigen Motto: „Fluchtwege freihalten“. Sollte es Gewinne abwerfen, will der VzEpW diese dem gemeinnützigen Verein Sea-Watch spenden, der sich der zivilen Seenotrettung von Geflüchteten verschrieben hat.

Weitere Informationen:
https://www.facebook.com/VzEpW/

Informationen zur Geschichte des Wohnprojekts Breul-Tibusstraße:
http://uwz-archiv.de/Videos.43.0.html

(jgn)

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