Arbeit

Über 3 Millionen Vollzeit-Beschäftigte verdienen unter 2000 Euro

Unter 2000 Euro brutto – das ist die Realität für 3,38 Millionen Vollzeit-Beschäftigte, so die Antwort der Bundesregierung auf einen Anfrage der Linken. Das sind 16 Prozent der Beschäftigten in Vollzeit im Jahr 2017. Im Jahr 2016 waren es noch 3,7 Millionen (18 Prozent).

Regional liegen dabei große Unterschiede vor. Während es in Westdeutschland nur 13,5 Prozent waren, sind es in Ostdeutschland 27,5 Prozent. Nach Bundesländern liegen Baden-Württemberg mit 11,4 und Hamburg mit 11,5 Prozent am unteren Ende der Skala und Thüringen mit 30,2 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern mit 32,6 am oberen Ende der Skala.

Foto: Andreas Hermsdorf/pixelio.de

Eine andere Anfrage hatte ergeben, dass im Reinigungsgewerbe gerade einmal ein mittleres Bruttoeinkommen von 1861 Euro gezahlt werde. Im Hotel- und Gaststätten-Gewerbe gerade einmal 1961 Euro.

„Viel zu viele Beschäftigte werden mit Niedriglöhnen abgespeist“, sagt die Abgeordnete der Linken, Sabine Zimmermann, gegenüber tagesschau.de. Inflation und explodierende Mieten würden dafür sorgen, dass man mit einem solchem Lohn nicht mehr weit komme. „Es ist ein Skandal, dass insbesondere der Osten weiterhin so deutlich abgehängt ist“, so die Arbeitsmarktexpertin ihrer Fraktion gegenüber tagesschau.de. Sie fordert die Erhöhung des Mindestlohns von 9,19 Euro auf 12 Euro und die Abschaffung von Leiharbeit.

Auch die Präsidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland, Verena Bentele, warnte gegenüber tagesschau.de vor den Folgen: „Gute Löhne sorgen für gute Renten. Die Politik muss endlich handeln, damit aus den armen Beschäftigten von heute nicht die armen Rentner von morgen werden“, erklärte sie. Um Altersarmut vorzubeugen, fordert sie  einen Mindestlohn von mindestens 12,80 Euro. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie Minijobs sowie Leih- und Zeitarbeit müssten eingedämmt werden, so Bentele weiter.

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