aus dem Magazin

Sprechstunde für Menschen ohne Krankenversicherung

Eigentlich soll jede und jeder in Deutschland krankenversichert sein. Bei einer sechsstelligen Zahl von Menschen ist dies nicht der Fall, 700 davon in Münster – die Dunkelziffer ist dreimal so hoch. Die Gründe dafür sind vielfältig: Gescheiterte Kleinselbstständigkeit, Rausfall aus der Familienversicherung, Flucht und Migration…

Die Folgen können dramatisch sein, wenn gesundheitliche notwendige Untersuchungen und Behandlungen aufgeschoben werden. Deshalb bietet die Malteser Migranten Medizin immer dienstags von 10-14 Uhr (Daimlerweg 33) eine Sprechstunde bei ehrenamtlich tätigen Malteser-Ärzten an, die die Erstuntersuchung und medizinische Versorgung bei plötzlicher Erkrankung, Verletzung oder einer Schwangerschaft übernehmen und ggf. zu helfenden Fachärzten vermitteln. Im Haus der Wohnungslosenhilfe existiert eine Ambulanz für Nicht-Versicherte. Im Zweifel muss das Sozialamt einspringen und für teure Krankenhausaufenthalte aufkommen.
Die Bürokratie im Gesundheitssystem lässt kaum Lösungen zu. Eine neue Clearingstelle soll in Münster an die unbezahlte Soforthilfe anknüpfen und Möglichkeiten erschließen, doch in eine geregelte Behandlung einzumünden. Die Münstersche Einrichtung soll zusammen mit vier weiteren Clearingstellen im Land einerseits im Einzelfall an die geregelte Krankenversicherung heranführen, andererseits soll sie Ausmaß und allgemeine Bedingungen dieser Krise herausfinden und beschreiben.

Die Clearingstelle bietet ihre Sprechstunde an zwei Standorten:

  • jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr bei der Caritas, Josefstr. 2 und
  • jeden Montag und Donnerstag von 10 bis 12 bei der GGUA, Hafenstr. 3 – 5
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