Rund um Münster

Sonderkundgebung von Fridays for Future: Handlungsprogramm der Stadt zum Klimaschutz unzureichend

Am 09. Oktober 2019 steht ein Handlungsprogramm der Verwaltung für den Klimaschutz bis 2030 auf der Tagesordnung der Ratssitzung. Für das Handlungsprogramm sind insgesamt knapp 4 Millionen Euro veranschlagt. Das ist Fridays for Future aber nicht genug: „Umgerechnet sind das jährliche Ausgaben von nicht einmal ein Promille des derzeitigen Jahresetats“ so FFF Münster. Dr. Mathis Bönte, aktiv bei den „Scientists For Future”, ergänzt: „Bereits diese Zahlen machen deutlich, welch geringe Bedeutung der Klimaschutz im nächsten Jahrzehnt in Münster haben soll“.

„So fahrlässig darf mit unserer Zukunft nicht umgegangen werden!”

Zudem wird kritisiert: Die bisherigen Klimaschutzziele der Stadt Münster würden schon nicht ausreichen. Und mit diesem Handlungsprogramm würden nicht einmal diese erreicht werden, so Paul Oppermann, Mitorganisator von Fridays For Future Münster. „So fahrlässig darf mit unserer Zukunft nicht umgegangen werden!”

Kundgebung vor der Ratssitzung

Damit der Rat auch bei dieser wichtigen Entscheidung den Druck der Straße spürt, wollen die Aktivist*innen am 09. Oktober um 16:30 vor dem historischen Rathaus für echten und kompromisslosen Klimaschutz demonstrieren. „Wir möchten, dass der Rat dieses Handlungsprogramm ablehnt und sich das Ziel Klimaneutralität bis 2030 setzt – dafür müssen am 9. Oktober möglichst viele Menschen ein Zeichen setzen”, so Swinda Langenstraß, Aktivistin bei Fridays for Future. Ab 17:30 Uhr wollen die Aktivist*innen zudem als Gast bei der Ratssitzung teilnehmen und Präsenz zeigen.

Handlungsprogramm vertagt – Kundgebung trotzdem

Update 08.10.2019: Wie FFF Münster mitteilt, wird wohl das Handlungsprogramm für den Klimaschutz vertagt. Der Rat der Stadt wird sich wohl später damit befassen: „Wie wir gehört haben, soll die Abstimmung über das unzureichende Klimaschutzprogramm bis 2030 auf die Ratssitzung im Dezember verschoben werden“, so Philipp Schröder, aktiv bei Fridays For Future Münster. „Jetzt werden wir am Ball bleiben. Die politischen Entscheidungen werden nämlich nicht erst in der Ratssitzung, sondern schon vorher in Fraktionssitzungen und Ausschüssen getroffen – schon am Mittwoch werden wir eine Einwohner*innenfrage zur Klimaneutralität bis 2030 stellen und unsere Kernforderung so zum Thema machen“. Daher werde die Sonderkundgebung von FFF Münster trotzdem stattfinden.

Auch Seebrücke bei Ratssitzung

Auch die Seebrücke wird die Ratssitzung besuchen. Denn sie freut sich, dass ihr Anliegen endlich vom Rat aufgenommen wird (Wir berichteten): „Kommt zur Sitzung und seid mit dabei, wenn das vielfältige und unermüdliche Engagement der Seebrücke Münster (und aller Unterstützer*innen) Wirkung zeigt“, schreiben sie auf Facebook. Und Florian Tenk von der Seebrücke Münster freut sich: „Dank beeindruckender Unterstützung aus der Bevölkerung haben wir ein Zeichen der Solidarität mit geflüchteten Menschen und gegen den Rechtsruck gesetzt“.

Eine erneute längere Stellungnahme gibt es auf der Facebook-Seite der Seebrücke.

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