Rund um Münster

Neues von der Münster-Tafel

Landesverband rüffelt Münster-Tafel

oft nicht da, was man benötigt
oft nicht das, was man benötigt

Der Landesverband der „Tafeln“ in Nordrhein-Westfalen hat sich offenbar in den Streit zwischen der Münster-Tafel und der Ludgerus-Gemeinde in Albachten einge-schaltet. Das berichten die Westfälischen Nachrichten. Die Landes-vorsitzende Barbara Beckmann hat angekündigt, dass Tafeln aus dem Umland nun die Belieferung der Ausgabestelle in Albachten übernehmen wollen, vor allem Senden will offenbar in die Bresche springen.

 Im Februar hatte der Vorsitzende der Münster-Tafel, Roland Goetz, die Ludgerus-Gemeinde aus der Verteilung gekickt. Hintergrund: Die Ehrenamtlichen aus Albachten weigern sich strikt, die im Ort lebenden Flüchtlinge von der Essensausgabe auszuschließen, wie es die Münster-Tafel verlangt. Angeblich sei die Menge an Lebensmittel in letzter Zeit deutlich geringer geworden, es reiche einfach nicht mehr für alle Bedürftigen.

„Wir haben das in der Zeitung verfolgt und waren besorgt darüber“, sagt die Landesvorsitzende Beckmann gegenüber den Westfälischen Nachrichten. „Benachbarte Tafeln haben das Angebot gemacht, die Albachtener zu beliefern“, verkündete sie bei einem Besuch in der Ludgerus-Gemeinde. Ein Krisengespräch mit dem als schwierig geltenden Roland Goetz habe zuvor leider kein Ergebnis gebracht.

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es ist schon fast „zum Heulen“

Der Chef der Münster-Tafel sieht sich immer wieder heftiger Kritik ausgesetzt. Ein Mitarbeiter des Flüchtlingshilfevereins GGUA warf ihm vor einigen Wochen in einem Leserbrief an die Westfälischen Nachrichten vor, die Bedürftigen und die ehrenamtlichen Helfer nach „Gutsherrenart“ zu behandeln. Andere sprechen von „selbstherrlichem Verhalten“. Nun scheint auch der Landesverband die Geduld mit den Münsteranern zu verlieren und ihren zuweilen ruppig anmutenden Methoden.

Theoretisch könne es in der Ludgerus-Gemeinde schon nächste Woche weitergehen, so der Landesverband. Allerdings muss dann der Ausgabetag aus organisatorischen Gründen eventuell von Montag auf Freitag verlegt werden. Die Ludgerus-Gemeinde, die von dem großzügigen Angebot der Umland-Tafeln überrascht wurde, hofft nun die Verteilung in zwei Wochen wieder aufzunehmen. Die rund 45 bedürftigen Familien, die bis zum Februar regelmäßig von der Pfarrei unterstützt wurden, wird es freuen. Um die Solidarität der anderen Tafeln nicht über Gebühr zu beanspruchen, überlegen die Albachtener, wie sie die Lebensmittel demnächst selbst aus Senden abholen können. „Wir werden versuchen zu helfen, wo wir helfen können“, zitieren die Westfälischen Nachrichten den Vorsitzenden der Tafel in Senden, Arnold Grabowski.

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eine Alternative ?

Für die Münster-Tafel scheint die Entwicklung genauso überraschend zu kommen wie für die Ludgerus-Gemeinde. „Ich bin darüber nicht informiert“, sagte Tafel-Chef Roland Goetz gegenüber der Münsterschen Zeitung. Eine neue Erfahrung für die Tafel in Münster. Bis jetzt konnte sie ihr Verteil-Monopol in der Westfalen-metropole bequem gegen renitente Kirchengemeinden einsetzen wie vor einigen Jahren schon in Wolbeck. Einige andere haben, so wird in Sozialar-beiterkreisen erzählt, zähneknirschend eingelenkt, wenn sie Streit mit der Tafel hatten, um die Hilfsbedürftigen nicht im Stich zu lassen. Die latente Konfliktbereitschaft der Münster-Tafel mit den Verteilstellen verwundert, denn in der Vergangenheit hat der Verein immer wieder darüber geklagt, er habe zu wenig ehrenamtliche Mitarbeiter.

 

 

 

 

 

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