Zum Leben zu wenig

Kinderträume

Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung angefertigt wurde, untersuchte die Lebenssituation von Kindern, deren Eltern Hartz IV-Bezieher sind. Je nach Alter bekommen diese Kinder dann ebenfalls einen verminderten Regelsatz zugesprochen.
Zum Zeitpunkt der Untersuchung, im Januar 2015, lebten 6,1 Menschen von Hartz IV, davon 1,6 Millionen unter 15 Jahren.

Foto: ©S.Hofschlaeger ©www.pixelio.de
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Die IAB–Erhebung, die auf eine repräsentative Befragung basiert, kommt u.a. zu folgenden Ergebnissen:
Jedes fünfte Kind in einem Hartz IV-Haushalt lebt in beengten Wohnverhältnissen.
3 von vier Kindern können sich keinen längeren Urlaub, d.h. von mehr als einer Woche leisten. In Familien, die keine Sozialleistungen beziehen, können dies eins von fünf Kindern nicht.
Nur jedes zehnte Hartz IV-Kind hat einen Internetzugang. Ein Drittel dieser Haushalte verfügt über kein eigenes Auto.
Hinzu kommt nicht selten die Scham, Freunde nach Hause einzuladen. Ein Drittel der Befragten äußerten sich in diesem Sinne.
Sogar jedes zehnte Kind besitzt nach eigenen Angaben nicht mal ausreichende Winterkleidung.

In einer zweiten Untersuchung der Armutsforscherinnen Sabine Andresen und Danijela Galic – sie führten Interviews mit 27 Familien – klagten die Eltern über die bürokratischen Hürden, z.B. über zu viele Anlaufstellen mit wechselnden Ansprechpartnern. Nötig seien zentrale Anlaufstellen, so die Befragten, die nicht nur die Integration der Eltern in dem Blick habe, sondern die gesamte Familiensituation.

Christoph Theligmann
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