Kinder, Familie & Rente

Das sogenannte Baukindergeld verfehlt seine ursprünglich beabsichtigte Zielsetzung

Die Idee war, Bauherr*innen mit Kindern eine staatlich subventionierte Geldleistung mit auf den Weg zu geben, hin zum erträumten Eigenheim. Der großzügige Gesetzgeber versprach sich neue Häuser und neue Wohnungen, der Wohnraumbestand sollte sich merklich vergrößern. Soweit Stein und Mörtel.

Nun liegt eine Auswertung aus dem Bundesinnenministerium vor und es hagelt Kritik und Dachziegel. O-Ton Lukas Siebenkotten, Präsident des Deutschen Mieterbundes: „Der staatliche Zuschuss, der bisher an 43.000 Familien gezahlt wurde, trägt zur Eigentumsbildung (!) dieser Haushalte bei. Der dringend notwendige Wohnungsneubau (!) wird aber nicht angereizt. Die Förderung des Kaufs von Eigentumswohnungen treibt die Kaufpreise für Eigentumswohnungen weiter in die Höhe.“ Lukas Siebenkötter spricht in diesem Zusammenhang stattdessen von „Kaufkindergeld“, mit der Folge, dass gerade in Städten die Umwandlung von Miet- zu Eigentumswohnungen weiter fortschreitet.

Fließt das Baukindergeld hingegen doch in den Wohnungsneubau, geschieht das vorrangig auf dem Lande fern der Großstädte, wo ein ausgeglichener Wohnungsmarkt – Stichwörter Angebot und Nachfrage– einigermaßen im Lot ist, eine Förderung also wenig sinnvoll erscheint. Bisher handelt es sich übrigens um eine Gesamtsumme von etwa 10 Milliarden Euro, die bisher ausgezahlt wurde. Davon flossen 3/4 des Betrages in den Kauf von Bestandsimmobilien, sprich Eigentumswohnungen. Lediglich bei einem Viertel ging es tatsächlich um Neubauten.

Ein weiteres Mal der Präsident des Deutschen Mieterbundes: „Statt insgesamt mehr als 10 Milliarden Euro für ein Baukindergeld auszugeben, sollte die Bundesregierung die Mittel für den sozialen Wohnungsbau erhöhen.

 

 

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Christoph Theligmann

Redakteur bei der Sperre
Redakteur des Magazin Sperre sowie dem Online-Portal des Magazins
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