Arbeit und Soziales Verschiedenes

Aufwachen!

Was ist das für ein neuer Begriff, „Wokeness“? Von den politisch auf der linken Seite stehenden Parteien, schlägt sich vom ehemaligen Arbeiterstolz („War da mal was?“) kaum mehr etwas im Wahlverhalten wieder und Parteien, die sich dem Schlechtergestelltsein verschrieben haben, finden immer weniger Anerkennung beim Wähler.

Die ehemals soziale Zugehörigkeit wird zunehmend von psychologischen Befindlichkeiten verdrängt. Nicht Klassenlagen sind jetzt ausschlaggebend, sondern Gefühlslagen. Früher galt das Prinzip der sozialen Gerechtigkeit, heute sind es die sozialen Unterscheidungsmerkmale, die vorwiegend im Netz und in den Medien emotional aufgeladen benannt und verkündet werden. Diese neue Art der Aufmerksamkeit bzw. Wachsamkeit gegenüber der Diskriminierung von sozialen Gruppen, ob berechtigt oder unberechtigt, ob aus einer subjektiven oder objektiven Perspektive, nennen Soziologen „Wokeness“. (Aufgewachtsein)

Auch „Wokeness“ ist sensibel gegenüber sozialer Ungerechtigkeit und Ungleichheit, jedoch weniger im allgemeinen gesellschaftlichen Wettbewerb, Stichwort Klassenbewusstsein, sondern vielmehr in Bezug auf spezielle Merkmale wie Rassismus, sexuelle Orientierung, Einstellung zum Klimawandel, Generationszugehörigkeit.

Neue Debatten dürfen als eröffnet gelten.

Christoph Theligmann
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