Arbeit und Soziales Gesundheit & Pflege

Arbeitslosigkeit verkürzt Lebenszeit

Alkohol, Nikotin, wenig Bewegung. Bluthochdruck, Diabetes, „schlechte“ Gene. All das sind Faktoren, die einen enormen Einfluss auf die Gesundheit haben und letztendlich das Sterberisiko erhöhen. Dazu gibt es reichhaltige Untersuchungsdaten und entsprechende Untersuchungsergebnisse.

Für den Zusammenhang von gesellschaftlichem Status und gesundheitlichem Befinden gilt dies weniger. Nun haben Wissenschaftler des Max-Planck-Institut für demographische Forschung in Rostock Rentenversicherungsdaten von 27 Millionen Arbeitnehmer*nnen analysiert. Sie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Arbeitslosigkeit das Sterberisiko verdoppelt. Dabei sei angemerkt, dass das Sterberisiko, den Begriff wörtlich genommen, bei jedem Menschen naturbedingt bei 100 % liegt. Gemeint ist hier also vielmehr, die Wahrscheinlichkeit innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zu sterben!

Normalerweise ist es schwierig, Daten zu erhalten, die einen Zusammenhang zwischen gesellschaftlichem Status (Einkommen, Berufsfelder, (un)abhängige Arbeitsverhältnisse etc.) aufzeigen. Dies liegt an den hier in diesem Bereich noch geltenden strengen Datenschutzrichtlinien.

Einige Details zu der jetzt erhobenen Studie:

  • Sterblichkeitsrate jener 20% Menschen mit schlechtestem Verdienst zu der Sterblichkeitsrate jener 20% mit höchstem Verdienst: Um 150% höher
  • Diskrepanz „schlechter“/“guter“ Bildung: Um 30 %  unterscheidbar in der Sterblichkeitsrate
  • Untersuchungen bei Menschen 40+: Beschäftigte Männer zu arbeitslosen Männer, bei letzteren beträgt die Lebenszeit 10 Jahre weniger. Bei Frauen ist die Differenz nicht ganz so groß.

 

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Christoph Theligmann

Redakteur bei der Sperre
Redakteur des Magazin Sperre sowie dem Online-Portal des Magazins
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