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Balko Klattmor* scheitert an getrennten Sanitäranlagen

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* der Name ist ausgedacht – die Geschichte ist wahr - aufgezeichnet von Christoph Theligmann

BALKO KLATTMOR ist jetzt 32 Jahre alt und weiblich. Sie ist seit knapp zehn Jahren eine ausgebildete Metallbauerin, Fachrichtung Konstruktionstechnik. Sie ist nach ihrer Ausbildung arbeitslos geworden und steckt inzwischen in der Hartz IV-Lebensfalle. Sie hatte sich immer wieder erfolglos bemüht, einen ihrer Ausbildung gerechten, regulären Arbeitsplatz bekommen. Obwohl die gesetzlichen Bestimmungen teilweise ganz andere sind, bekam sie u.a. Absagen mit den fadenscheinigsten Begründungen mitgeteilt: nach Geschlechtern getrennte Sanitäranlagen wären in einem typischen Männerberuf nicht gewährleistet - eine Auflage an die Betriebe, die seit 20 Jahren überholt ist.
 
Nachdem sie einen 1 ½ €-Job in der Kinderbetreuung erhielt, entschied sich Balko für eine Umschulung in diesem Bereich. Vom Arbeitgeber der Arbeitsmaßnahme wurde sie dabei unterstützt, diesen Weg einzuschlagen, eine reguläre Arbeitsstelle hier nach einer Umschulung in Aussicht gestellt. Allein die sie betreuende Arbeitsgemeinschaft stellte sich quer: Arbeit „in der Produktion“ und „im Lager(!)“ sei genug da und bevor eine Umschulung in Frage käme, sei vielleicht mal eine Weiterbildungsmaßnahme im angestammten Beruf möglich.
Man muss wissen, dass 1 ½ €-Jobs in den 1. Arbeitsmarkt führen sollen. Warum wurde Balko in die Kinderbetreuung vermittelt, die ihrem Interesse und ihrer Motivation offensichtlich entgegenkommt, wo sie beste Aussichten hatte, regulär weiterbeschäftigt zu werden, wo ihr aber lediglich eine von der öffentlichen Hand finanzierte Umschulung fehlte?
Ihr Engagement, aus der staatlichen Unterstützung wegzukommen, zeigte Balko zum Beispiel, indem sie eine Petition an die Landesregierung NRW schickte, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen.
Weiterbildungsmaßnahmen (z.B. Schweißkurse), die im übrigen ähnlich kostenintensiv wie Umschulungen sind, bringen Balko dem ersten Arbeitsmarkt keinen Schritt näher. Auch das zweijährige Bemühen um die Erlangung eines Bildungsgutscheines über den hauseigenen psychologischen Dienst ist alles andere als motivationsfördernd gewesen.
Das Amt verweigert die Umschulung auch mit dem Hinweis auf das Alter. Mit über 30 Jahren mache eine Schulung in der Kinderbetreuung keinen Sinn, was nachweislich nicht stimmt!
Balko weiß nicht mehr weiter!

 
 
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